Working mum. Ein ernüchtertes Rèsumè nach einem Jahr.

Hey Ladies, 

 

seit nun einem Jahr arbeite ich wieder (nach einem Jahr Elternzeit). Unser Kleiner ist zwei Jahre alt.

 

Heute möchte ich Euch erzählen, wie es mir "working mum"-technisch so geht. 

 

Noch als ich schwanger war, habe ich mir das Arbeiten mit Kind einfacher vorgestellt. Auch habe ich mir einen besseren Zusammenhalt unter Müttern vorgestellt. 

Und ich habe gedacht, dass wir gerade hier in Deutschland in einer Gesellschaft leben, die arbeitende Mütter nicht als etwas Sonderliches empfindet. 

 

Meine Erfahrung zeigt mir, dass ich mich da gewaltig getäuscht habe. 

 

Bevor ich Euch meine Meinung dazu erzähle erst einmal ein paar Fakten:

 

Ich arbeite montags bis freitags 30 Stunden. Unser Sohn wird in der Zeit von einer Tagesmutter betreut. 

Glücklicherweise habe ich einen Job bei dem ich mir meine Arbeitszeit frei einteilen kann. So fange ich früh an und hole unseren Sohn um 15 Uhr wieder ab. Mein Mann bringt ihn morgens hin. 

 

Soweit so gut.

 

Theoretisch.

 

Denn praktisch bringen einen schon kleinste Änderungen in eine Situation in der es Improvisationstalent erfordert. Beispiele: Tage an denen ich länger arbeiten muß, Krankheiten.

 

Auf großartige Hilfe kann ich nicht zurückgreifen. Es gibt nur sehr wenige Personen, die mal einspringen können wenn eine besondere Situation eintritt. Das habe ich mir anders vorgestellt.

 

Überhaupt dachte ich nicht, dass das Thema Krankheiten so präsent sein würde.

 

In der Anfangszeit war unser Sohn monatelang immer wieder krank. Und wir gleich mit. Ich war 2013 so oft krank wie in all den Jahren zuvor nie. Ich dachte immer, gerade wir Mütter sind immun gegen all die Viren und Bakterien. 

 

Zeit für Erholung bleibt kaum denn Mamas und Papas können sich nicht mal eben zwei Tage ins Bett legen und sich erholen. 

Es ist richtig fies, wenn man selbst fiebrig ist, dann auch noch ein nörgelndes Kleinkind zu versorgen hat.

 

Es ist auch keine Hilfe, gerade in solchen Momenten ungebetene Tipps (meist von Menschen ohne Kinder) zu bekommen. Dinge wie "warm anziehen", "Vitamine nehmen" oder auch "viel spazieren gehen" sind ja nichts Neues.

 

Nun gut, ich will hier gar nicht jammern. Lieber möchte ich mich heute mal aufregen. 

 

Über uns Frauen.

 

Ich bin diese Stutenbissigkeit, diese Arroganz und diese "ich bin die bessere Mutter" bzw. "Wieso hast Du ein Kind wenn Du doch arbeiten willst?" Diskussionen so leid.

 

Fakt ist: 

 

Ich liebe meinen Sohn und würde alles für ihn tun.

Ich gehe gerne arbeiten. Ich mag meinen Job.

Ich möchte Zeit für mich und meine Familie haben.

 

Im Alltag erlebe ich nahezu täglich wie gerade Frauen mir kritisch gegenüberstehen. Immer wieder muß ich dazu Stellung nehmen warum ich gerade mit so einem kleinen Kind arbeiten gehe. Wieso ich nicht zuhause bleibe. Immer wenn ich dann mit dem Geldargument komme (dass ich gerne arbeiten gehe lasse ich schon mal unter den Tisch fallen - das birgt noch mehr Diskussionsstoff) kommt das Totschlagargument: aber dafür gibt es doch Hartz4!

 

Ja, genau.

 

Fast noch schlimmer sind die Muttis die ebenfalls arbeiten. Die die wenige Stunden in der Woche arbeiten. Die die in ihrer Freizeit mal eben 150 Muffins backen. Die die in allen Bereichen des Lebens perfekt sein wollen. Genau die schauen mich oft mitleidig an und ich spüre förmlich körperlich, dass ich ihnen leid tue. Weil ich so viel arbeiten muß. 

Und dann werde ich sauer. 

 

Diese Selbstgerechtigkeit vieler Mütter ist so anstrengend. 

 

Natürlich helfen sich die Muttis auch mal untereinander. Das ist ja selbstverständlich. Nur wird die Mutti, der geholfen werden muß gerne mal bemitleidet.

 

Natürlich kenne ich auch eine Menge toller Frauen die so wie ich viele Stunden oder gar Vollzeit arbeiten. Die die mir wunderbare Tipps gegeben haben (Du musst einen selbstgebackenen Kuchen abgeben? Kauf einen Fertigen, mach Zuckerguß drüber, merkt keiner :-))

 

Es gibt scheinbar einen sehr großen Unterschied zwischen Frauen die arbeiten müssen und denen die wollen. 

 

Egal. 

 

Mein ernüchterndes Resumee nach nun einem Jahr working mum: 

 

Man kann auch nach nur zwei Stunden Schlaf arbeiten. 

Flecken auf der Kleidung lassen sich hervorragend weglächeln.

Trau keinem Kuchen den Du nicht selbst gebacken hast. :-)

 

Ich wünsche mir: 

Verdammt nochmal: Respekt!

Und: Krippen-&Kitaplätze von 7-18 Uhr. Und ohne Ferien. Diese Kack-Urlaubsplanerei geht mir auf den Keks. Urlaub zusammen mit dem Mann? Kannste vergessen. Anders kann man die ganzen Schließzeiten nicht bewältigen. 

Und: Männer wie meinen. Die auch mal Elternzeit nehmen. Die das Kind genauso betreuen können wie die Mamis. Die keine Angst vor Windeln und durchgemachten Nächten haben. Die die nachts Eis holen. 

 

Ich verneige mich vor:

Alleinerziehenden

Muttis in Schichtarbeit

Eltern mit mehr als einem Kind

 

Wie macht Ihr das blos? :-)

 

2014 geht es weiter. Und bei Euch so?

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Kommentare: 17
  • #1

    Testgitte70 (Donnerstag, 09 Januar 2014 15:33)

    Was mir (nur Stiefmutter) spontan einfällt, wenn ich deinen Bericht lese:
    Wie wäre es mit anstatt 30 Std. arbeiten nur 15-20 Std. ? dafür etwas mehr Spielraum. Den Spielraum dann natürlich nicht nutzen um 150 Muffins zu backen, sondern um die Seele baumeln zu lassen :D und um evt. Unvorhergesehenes abzufangen, um sich auszukurieren oder ähnliches....

    LG

  • #2

    frogiline (Donnerstag, 09 Januar 2014 15:34)

    Ich versteh Dich nur allzu gut und knuddel Dich einfach mal. Du mußt wissen, ich bin die Rabenmutter schlechthin, denn ich war bei beiden Kindern nur in der Mutterschutz-Zeit zuhause. Ich liebe meinen Job, das ist aber nur die eine Seite der Medaille. Die andere war und ist, dass ich mit Kind 1 schwanger als mein Mann sich gerade selbständig gemacht hatte und wir eigentlich die Hoffnung auf ein Kind schon aufgegeben hatten. Wir waren und sind auf mein Gehalt angewiesen.
    All das, was Du beschreibst, habe ich auch immer wieder erlebt und finde es genauso ätzend wie Du.
    Allerdings muss ich auch gestehen, dass mich andere Mütter auch aus einem anderen Grund manchmal sauer machen, nämlich die, die auch noch, wenn das einzige Kind längst in die Schule geht, immer noch zuhause bleiben, weil sie "für das Kind da sein" müssen, und davon so total gestresst sind, dass sie nur jammern.
    Liebe Grüße frogiline

  • #3

    Sabine (Donnerstag, 09 Januar 2014 16:17)

    Ich bin alleinerziehend und weiß genau wovon du redest. Ich habe im Einzelhandel gearbeitet, früh-spät und samstags natürlich. Ich hatte eine Tagesmutter und hab mein Kind in anderen Zeiten von A nach B geschickt und mir damit die Verbindung zu meiner Tochter versaut. Kuchen für den Kiga backen? Wann denn? Abends halb zehn nach der Spätschicht? Wo doch meine Tochter am nächsten Tag um acht schon wieder im Kiga sein musste? Never! Hab den Job dann nach 13 Jahren Zugehörigkeit hingeschmissen da mein Arbeitgeber mir leider nicht entgegen kam. Jetzt arbeite ich nur vormittags und meine Tochter geht in die Schule, sitzt dafür allerdings um zwanzig nach sieben schon auf dem dunklen Schulhof und muss warten, bis andere Kinder kommen oder zumindest der Hausmeister die Tür aufschließt. Nach dem Hort wird sie dann um drei von mir abgeholt. Urlaub? Wird irgendwie mit Oma geklärt, da der Hort gleich drei Wochen geschlossen hat. Naja, irgendwie geht's ja dann doch immer. Und mehr möchte ich dazu gar nicht schreiben, denn sonst rege ich mich nur über andere Mütter auf, und die können mir schließlich schon lange den Buckel runter rutschen ;-)

    Tschakka - wir schaffen das :-*

  • #4

    beautyjungle (Donnerstag, 09 Januar 2014 16:48)

    Ich hatte glücklicherweise von Anfang an keine Illusionen.
    Wir haben fast zwei Jahre hier in München auf einen Krippenplatz gewartet (angemeldet im 4. Monat, bekommen als das Kind 14 Monate war). Dass ich arbeite, war keine Frage. Es fängt beim Finanziellen an (und ein 65% Gehalt reicht in München auch kaum aus) und ging bis zum gleichen Argument wie bei dir: ich arbeite gerne und bin zuhause mit Kind unterfordert (intellektuell, in anderem Bereichen leider völlig überfordert!). Weder wartet mein Job jahrelang auf mich, noch will ich, dass er wartet.

    Mit der größten Anstrengung und Organisation habe ich nach 7 Monaten an 2 Tagen von Zuhause gearbeitet (habe beste Firma und liebsten Chef der Welt). Konnte mit Krippenstart auf 32 aufstocken, als Spatz 2 wurde, konnte die Zeit verlängert werden und ich ging normal 40h arbeiten.

    Noch ein glücklicherweise: um mich herum sind ähnliche Frauen. Und wenn nicht, dann halten sie die Klappe und lassen uns andere in Ruhe. Ich finde die Diskussione müßig und sinnlos. Jeder wie er kann und will.
    Ich bin in Kasachstan geboren, da gab es keine Elternzeit. Und Kinder waren früh selbständig, was ich toll fand.
    Mein Sohn weiß wie sehr ich ihn liebe und wir haben eine Menge Qualitätszeit. Ich sehe oft Hausfrauen, die sich viel weniger und ganz anders um ihre Kinder kümmern, da können die es gleich sein lassen.
    Außerdem ist ein Kind mit anderen Kindeen besser aufgehoben!!

    Ich habe auch gelernt, dass man fast ohne Schlaf existieren und sogar arbeiten kann (Kind hat bis 18 Monate nie länger als 2-3 Stunden am Stück geschlafen). Und ein dauerkrankes Kind wird irgendwie organisiert. Das ist doch sehr beeindruckend von uns :-)

    Du bist eine tolle Mama, allein welche Gedanken du dir machst!
    Ich erinnere mich an keine Muffins, die Mama gebacken hat. Aber daran, wie stolz ich darauf war, dass sie eine Informatikerin ist und eine spannende Arbeit hat. Deswegen bin ich Informatikerin geworden. Auch mein Kind muss sich nicht an die saubere Wohnung oder den Kuchen erinnern.

  • #5

    Kae (Donnerstag, 09 Januar 2014 17:17)

    Ich habe noch kein Kind, könnte aber jetzt schon kotzen. Die Diskussionen nerven mit jetzt schon.
    Ich studiere im letzten Semester an einer Hochschule für Sozialwesen. Die Hälfte hat schon Kinder oder ist schwanger und die andere halt eben nicht. Ich hätte auch gerne ein Kind. Sehr gerne. Aber ich habe nicht vor mich als Mutter meine gesamten Interessen aufzugeben um mich für mein Kind aufzuopfern. Da wird behauptet man schiebe sein Kind ab wenn man es in den Kiga , Oma oder eine Fremdbetreuung gibt um arbeiten zu gehen, oder mal nen freien Nachmittag oder Abend zu haben. Dafür müsse man sich keine Kinder anschaffen wenn man sie eh nur abschieben wolle. Ernsthaft?!? Oder solche Sachen wie man studiert um eine Führungsposition zu kriegen und wenn man Kinder wolle brauche man gar nicht erst zu studieren. Wir haben 2014, manchmal fühlt es sich an wie 1950. Ich bin jetzt unperfekt und ich werde mit Kind unperfekt sein. Das ist nicht schlimm sondern normal. Aber dieses gegenseitige angezicke nervt mich jetzt schon. Respekt wie ihr das durchhaltet.

  • #6

    Alexa Jana (Donnerstag, 09 Januar 2014 18:30)

    Deine Meinung zu lesen finde ich sehr interessant. Stelle es mir überaus stresssig vor Kind und Job unter einen Hut zu bringen und frage mich ganz oft, wie das die Kolleginnen wohl machen - und dabei auch noch ruhig und ausgeglichen sind...

    Ich nehme in meinem Umfeld aber eher Gegenteiliges wahr. Frauen, die planen über mehrere jahr zu hause zu bleiben werden als "Muttis" belächelt. Unterschwellig wird die Frage gestellt, ob man denn nicht ohnehin dann in der Berufswelt verzichtbar wäre. Also, ob man das, was man beruflich macht, überhaupt mag und gut darin ist.
    Das finde ich wiederrum fies für alle Frauen, die sich für Familie und gegen Job entscheiden - fast immer auch mit finanziellen Abstrichen verbunden.
    LG

  • #7

    Nana (Donnerstag, 09 Januar 2014 19:00)

    Was für ein schöner Beitrag!!! Leider ist es uns nicht vergönnt Kinder zu bekommen, aber ich sehe das Gegenteil von deiner Situation bei der Mama meines Patenkindes (3 Jahre) jeden Tag. Sie hat sich bewusst dafür entschieden drei Jahre zu Hause zu bleiben und was ist, alle bemitleiden sie, oder werfen ihr sogar unterschwellig Faulheit o.ä. vor. Schlimm sowas! Warum kann nicht jeder für sich selbst entscheiden, wie er sein Leben leben möchte?!
    Ich wünsche dir, dass du deine Weg findest - und egal was andere Mütter sagen oder vermitteln, steh drüber. :)
    Alles Liebe!
    Nana

  • #8

    Nicole (Donnerstag, 09 Januar 2014 19:15)

    @testgitte: ich möchte gar nicht weniger arbeiten, eigentlich wollte ich sogar Vollzeit wieder anfangen. Inzwischen finde ich meine 30 Stunden perfekt.
    Mich stört einfach dass das Drumherum so schwierig ist mit den Schließungszeiten.
    @frogiline, @beautyjungle, @Alexa Jana, @Nana: ich finde, jede Mama und jeder Papa sollten entscheiden können was sie machen wollen. Und wenn sich jemand dafür entscheidet, mehrere Jahre zuhause zu bleiben, dann ist das auch ok. Keiner sollte den anderen belächeln.
    @Sabine Du hast meinen höchsten Respekt. Ich bin wirklich dankbar für meinen flexiblen Job. Anders würde das gar nicht gehen.

    Mich ärgert einfach, wie ungerecht das System ist. Meiner Meinung nach müssten Arbeitgeber ab einer gewissen Mitarbeiteranzahl Betreuungsplätze zur Verfügung stellen. Damit würde die Last verteilt werden und nicht nur der Staat zuständig sein.
    Und ich wünsche mir mehr Gerechtigkeit bei der Vergabe der Plätze. Es kann ja nicht sein, dass ein Kind wo beide Eltern nicht arbeiten einen Vollzeitplatz bekommt und ein Kind von arbeitenden Eltern wird ein Halbtagsplatz angeboten. Hab ich alles erlebt.
    Aber wie gesagt, da wünsche ich mir mehr Beteiligung von den Firmen.

  • #9

    Blumenkindchen (Donnerstag, 09 Januar 2014 19:30)

    Also ich will und muss arbeiten gehen. Nach dem 1. Kind bin ich nach 1 1/2 Jahren (18 Wochenstunden) und nach dem 2. Kind nach 2 Jahren (24 Wochenstunden) wieder arbeiten gegangen. Diese 24 Stunden sind mein absolutes Maximum. Daneben bleibt dann auch noch Zeit fürs Backen und den Elternbeirat. ;-)
    Das sind allerdings meine Hobbys und mir macht das auch Spaß.

    Ich würde nicht sagen, dass ich Mamas die mehr arbeiten bemitleide, aber ich finde es schon ein bisschen schade für Eltern und Kindern. Einfach weil es doch schöner ist wenn man Zeit für die Kinder hat und sie nicht von ganz klein auf täglich 8 Stunden fremdbetreut werden.
    Entscheiden muss das aber jeder selbst.

    Man muss sich ansonsten eine Art Netzwerk aufbauen. Wenn die Kinder im Kindergarten Freundschaften entwickeln dann ist es auch einfacher mal alternative Betreuungen zu finden. Zumindest bis dann das 2. Kind kommt.

    Überstunden oder Flexibilität erwartet mein Arbeitgeber zum Glück nicht. Wenn die Kinder krank sind springt auch mal mein Mann ein. Krank werden kann man als Mama allerdings wirklich vergessen. Krankheiten dauern deshalb auch viel länger bei mir weil ich nie Zeit habe mich richtig auszuruhen und gesund zu werden.

    Ich finde übrigens das Nana recht hat. Geht eine Mutter nach 3 Jahren auch nicht arbeiten dann muss sie sich ständig rechtfertigen.

  • #10

    testfrosch (Donnerstag, 09 Januar 2014 19:45)

    ich habs irgedwie immer hinbekommen, ohne oma und oma beanspruchen zu können.
    fortbildung für mich: kinder in die kita, wieder abgeholt, haushalt, gelernt von 22-00 uhr, um 5 wieder raus.
    danach der job, zum glück fast nur frühdienst, unterstufenkinder morgens fertig gemacht, zur arbeit, nach feierabennd vom haushalt, schwimmkurs bis kuchenbasar in der schule alles zeitlich geregelt.
    es bleibt frau doch nichts anderes übrig, als alles zu organisieren und kindern und beruf gerecht zu werden.

    ich finde meine arbeit auch toll.

    wäre mir damals zu blöd gewesen, die kinder zur schule zu schicken und dann warten, dass die schule aus ist? so spannend ists zu hause auch nicht.

    also irgendwie klappt alles und es gibt immer jemanden, der hausfrauen nicht versteht oder jemand, der meint arbeitende mütter sind rabenmütter.

    ich find, jeder soll machen, was ihm gut tut und mir tuts nicht gut, zu gammeln, ich hab lieber volles programm.

  • #11

    Jessica (Donnerstag, 09 Januar 2014 19:50)

    Hallo liebe Nicole,

    wie ja auch bereits schon persönlich gesagt, ich find dich toll!
    Eben die bestaussehensde Working-Mum die ich kenne! ;-)))

    Ganz ehrlich, es wird trotz der technischen Fortschritte doch eben nicht alles einfacher. Und wenn es leider so ist, dass die Umwelt den Muttis (und auch Nicht-Muttis)so hohe Anfoderungen auferlegt als überhaupt notwendig und sinnvoll.
    Geniesst, was ihr habt!
    Lasst euch nicht erzählen wie schlecht ihr seid, vor allem nicht, wenn ihr eure Kleinen liebt und ihnen Werte wie Respekt vor amderen vermittelt!

    Beste Grüße,
    Jessica

  • #12

    Stephanie (Donnerstag, 09 Januar 2014 20:10)

    Toller Beitrag! Es ist wirklich nicht einfach, mit einem Kind alles zu wuppen, besonders wenn man keine Oma oder keinen Opa hat, der im Notfall die Betreuung übernehmen kann. Ebenso sind die Kita-Zeiten nicht "arbeitsfreundlich", aber noch viel schlimmer finde ich die viele freien Tage - 30 Stück sind es bei uns!!! Ich habe aber nur die Mindestanzahl an Urlaub, sprich 21 Tage ... nicht mal mein Mann hat 30 Tage! Da ist es nur gut, dass meine Schwester in der Altenpflege arbeitet und mal die Schicht tauschen kann, um meine Tochter zu nehmen.
    Den Tipp mit dem Kuchen habe ich übrigens auch bekommen - von meiner Cousine, die -tada - Kinderpflegerin ist :p Blöd nur, wenn mehrere Mamis mit dem gleichen Kuchen kommen :D :D :D (ist mir mal passiert!)
    Bleib, wie Du bist, Du machst das super!
    Liebe Grüße

  • #13

    Joanna (Donnerstag, 09 Januar 2014 21:18)

    Toll, dass man sich in Deutschland auswählen kann ob man mit Kind arbeiten möchte oder nicht. Noch vor vier Jahren wohnte ich in Polen und arbeitete mit Muttis. Dort gibt es so eine Auswahl nicht. Nicht bei der Mittelklasse. Dort muss Frau arbeiten gehen, weil die Lohne so niedrig sind, dass der Mann es nie im leben schafft drei oder mehr Personen zu ernähren. Die Preise sind so wie in Deutschland doch der durchschnittliche Lohn (Netto) beträgt 650€.
    In Polen haben Frauen keine Gelegenheit mal zu überlegen ob sie vielleicht gerne zu Arbeit gehen :) Ah, und so was wie Harz4 gibt es nicht, Arbeitslosengeld beträgt 200€ (nach drei Monaten beträgt er 150€). Und wie schon gesagt, Miete, Essen, Benzin, Kleidung kosten fast genau so viel wie in Deutschland :) Für polnische Frauen ist es halt ein Luxus nicht arbeiten zu können und das was andere bei dir nicht normal finden ist in anderen Ländern Altag :)

    Mir tun immer die Kinder die zu Nannys müssen Leid, aber es ist ja dein Kind, deine Familie und du bestimmst was das beste für euch ist. Nicht die anderen werden Konsequenzen von deinen (euren) Entscheidungen tragen sondern dein Kind, du und dein Mann. Und ich finde es irgendwie unhöflich ungefragt seine Meinung über den Lebensstil äußern. Jeder sollte sich um seine eigene Familie kümmern und nicht die Nase in andere Angelegenheiten stecken :)

  • #14

    Jutta (Donnerstag, 09 Januar 2014 21:48)

    Meine Tochter wird diesen Monat 23 Jahre alt und ich bin seitdem sie ein halbes Jahr als war immer mindestens 20 Std/Woche berufstätig, seit sie 10 Jahre als ist in Vollzeit.
    Stutenbissigkeit, schlechte Betreuungsmöglichkeiten und mangelnde Akzeptanz waren schon damals ein großes Problem. Arbeitende Mütter, die auch noch gerne arbeiten waren den meisten suspekt.
    Elternzeit gab es nicht, man konnte zwar zu Hause bleiben, aber halt ohne Geld.
    Einen Anspruch auf einen Kindergartenplatz gab es auch nicht, meine Tochter war 4 1/2 Jahre als sie in den (kostenpflichtigen) Kindergarten konnte. Kommerzielle Betreuung war also angesagt, da meine Mutter und Schwiegermutter selbst noch berufstätig waren. Zu Beginn habe ich manchmal mehr für den Babysitter bezahlt, als ich verdiente.
    Ein bisschen was hat sich also schon getan, aber bei Weitem nicht genug.
    Ich wünsche allen jungen Frauen, dass sich hier möglichst schnell etwas tut und nicht halbherzige Augenwischerei von Seiten der Politik erfolgt. Und dass wir alle miteinander am selben Strang ziehen.
    LG Jutta

  • #15

    Kathi (Donnerstag, 09 Januar 2014 21:52)

    Puuuhh!
    Wieder ein Thema, zu dem sich ziemlich emotional diskutieren lässt.
    Ich finde so ganz schwarz/Weiß lasst sich da gar nix zu sagen.
    Ich glaube aber, dass man Prioritäten setzen muss. Will Frau Karriere machen und Kinder, ist das mit Teilzeit schwer möglich. Will Frau aber nicht, dass ihr Kind zu lange fremdbetreut wird, wird's mit der Arbeit schwierig. Da beißt sich die Katze in den Schwanz.
    Ganz ehrlich: die Kita Schließzeiten sind oft ne logistische Herausforderung. Andererseits finde ich es gruselig, wenn Kinder noch länger nicht zuhause sind. Ich fände es besser, wenn man als Elternteil, das Teilzeit arbeitet, mehr Möglichkeiten der Mitbestimmung von Arbeitszeiten hat. Das ist ja ganz oft nicht der Fall. Und klar ist für mich auch: Kita Ferien sind wichtig. Das ist zwar scheiße zu organisieren, aber ein Kind braucht doch auch mal frei, oder was? Und dieses Rumgezicke von Müttern untereinander rührt doch oft von einer ganz großen Unzufriedenheit, Neid und Missgunst her. Denn egal, wie man zu dem Modell anderer steht: es geht dich a) eigentlich nix an, b) man weiß nicht immer um die Gründe, c) man muss sich nicht rechtfertigen, d) ein bisschen Toleranz hilft oft weiter.
    Und zum Thema Respekt: den verdient meiner Meinung nach jeder! Egal ob arbeitend mit Kind, oder mit Kind und nicht arbeitend, oder oder oder.
    Für mich steht fest: ich bleibe zuhause bei meinem Kind bis es 2 ist. Mindestens! Und dann, im Dezember, überlege ich mir, ob ich max. Mit 20 h/Woche wieder einsteige. Ich bin gern bei meinem Sohn, denke mir, dass so eine schöne Zeit nicht so schnell wiederkommt. Wir haben keine außergewöhnlichen Lebensstil, und bescheiden uns mit dem, was mein Mann verdient und freuen uns an unserem Kind!!!! Konsum und so ein Kram wird überbewertet. Soviel zum Thema Prioritäten setzen! Lg

  • #16

    OktoberKind (Donnerstag, 09 Januar 2014 22:24)

    Ich finde es furchtbar ätzend, dass immer noch die Rabenmutter-Diskussion aufkommt, sobald man mit Kleinkind wieder arbeiten geht. Ich komme aus dem Osten, da war das normal und das Kind eben nach ein paar Monaten in der Krippe! Ich kann nicht verstehen, warum das heute so verteufelt wird. Für das Kind sind Sozialkontakte zu Gleichaltrigen doch auch wichtig. Und auch als Mutter braucht man nen Ausgleich zum Kind, mal rauskommen, mit Erwachsenen reden, und zwar nicht über Kinder. Und sein Kind zum einzigen Lebensinhalt zu machen, ist meiner Meinung nach auch nicht wirklich gesund.

    Auch wenn ich noch kein KInd habe, verstehe ich dich total. Ich wünsche dir/euch ganz viel Kraft, und mit zwei ist eurer Sohn wohl aus dem Gröbsten raus, zumindest, was Krankheiten und wache Nächte angeht...

    LG, OktoberKind :-)

  • #17

    Cornelia (Freitag, 10 Januar 2014 18:27)

    1. Schichtarbeit ist einfacher.....besonders wenn zwei Schicht arbeiten.
    2. Irgendwann haben Kinder die meisten Krankheiten durch
    3. Ab dem 3. Lebensjahr wird es einfacher (sonst hatte ich mich erhängt....mein Mann wahrscheinlich noch vor mir..
    4. Alle wissen wie es ist und keiner gibt es zu
    5. Spätestens mit zwei wollen Kinder andere Kinder und sowieso nicht mehr sooooo viel mit Mama spielen
    Du schaffst das und bald darfst Du wieder langer schlafen

    Machen gut
    Cornelia