Die zwei Zauberworte

von Martina

Hey Ladies,

 

Wann ist es eigentlich aus der Mode gekommen "bitte" und "danke" zu sagen? Das frage ich mich jetzt schon seit geraumer Zeit. Ist es uncool geworden höflich zu sein? Oder empfinde einige Menschleins diese Worte als überflüssig?

 

Dabei gilt doch nach wie vor, Höflichkeit und gute Manieren öffnen Tor und Türen. Ich will jetzt hier nicht die Knigge-Tusse raushängen lassen. Manches ist sicherlich schon überholt aus der Anstandsfibel des Herrn Knigge. Aber einiges ist nach wie vor aktuell - und dazu gehören für mich diese beiden Zauberworte.

Meine Eltern haben mich so erzogen, dass diese Worte wichtig sind und zu jeder Zeit anwendbar. Damals fand ich diesen Anstandskram völlig nervig. Aber je älter ich werde, desto mehr höre ich hin und beobachte.

 

Vor kurzem stand ich im Supermarkt an der Kasse. Hinter mir tänzelte eine Lady auf und ab, sichtlich ungehalten und nervös. Und immer schön das Handy zwischen den lackierten Fingerchen. Rein optisch eine gut gestylte Frau, absolut nicht unsympathisch. Plötzlich sprach sie mich mit dem Satz an: "Kann ich vor?"

 

Meistens sage ich ja wenn ich merke, dass jemand in Eile ist oder gerade eine Familienpackung Vanilleeis in einer Hand balanciert. Aber diesmal störte mich einfach der Ton - und mich störte das Fehlen eines einzigen Wortes. Ja, Ihr könnt Euch jetzt schon denken welches Wort. 

Ich überlegte kurz einfach NEIN zu sagen. Aber dann kam mir in den Sinn sie nett anzulächeln und zu sagen: "Na, wie lautet das Zauberwort?" Ihre Reaktion war göttlich. Erst guckte sie mich mit grossen Augen an, dann wurde sie verlegen und schliesslich musste sie lachen. Und dann sagte sie ganz mädchenhaft und mit einem kleinen Augenaufschlag: "Bitte!"

Wir mussten beide lachen, ich liess sie vor und konnte es mir nicht verkneifen ihr zu sagen: "Sehen sie. So ein kleines Wort. Aber es ist ein Zauberwort."

 

Ich bin jetzt nicht die Sorte Oberstudienrätin mit erhobenen Zeigefinger. Aber gelegentlich nehme ich mir die Freiheit so zu reagieren, wie ich bei besagter Dame getan habe.

 

Sehr oft denke ich mir, die Welt und das Miteinander könnte so einfach und auch so schön sein. Wenn wir viel häufiger uns wieder bewusst machen, dass es diese beiden wunderbaren Worte gibt. Und wenn wir das noch mit einem Lächeln überreichen... Wer würde sich nicht darüber freuen?

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Kommentare: 4
  • #1

    anja (Montag, 17 März 2014 20:33)

    Ich liebe das Spiel. ..es macht mir in der Schule meiner jüngsten Tochter am meisten Spaß. .. ich übernehme da 1 mal im Monat den Dienst in der kaffeteria ...mittlerweile wissen die Kids wer da steht und es klappt immer besser... bei mir gibt es nur Brötchen wer seine anfrage mit bitte untermalt ... habe zuerst die Kinder einfach ignoriert und dann gesagt wie das zauberwort heißt. ... auch bei Erwachsenen bringe ich es gerne immer wieder an....wenn nicht wir, die es noch gelernt haben bitte und danke zu sagen , nicht anderen beibringen ....wer dann !!!!

  • #2

    Klaine (Montag, 17 März 2014 20:49)

    Ich gebe dir vollkommen Recht und die Story ist klasse!
    Genauso wichtig finde ich es auch sich einfach zu entschuldigen. Tritt mir jemand auf den Fuß, bin ich ganz freundlich, lächel selbst wenn es tierisch weh tut und sage, dass es kein Problem ist, solange derjenige sich entschuldigt. Immer öfter passiert das einfach nicht und das ist mir unbegreiflich und ärgert mich.
    Liebe Grüße!

  • #3

    Sabine (Montag, 17 März 2014 21:56)

    Oh wie Recht du hast... Das ist mir schon so oft aufgefallen. Zumindest hegt gerade die Jugend von heute einen ganz anderen Wortschatz und da bin ich froh, einfach anders erzogen worden zu sein.

    Ich weiß nicht, ob es zum Thema passt, aber ich bedanke mich sogar, wenn ein Auto am Zebrastreifen hält und dann beeile ich mich, um rüber zu kommen. Vielleicht weil es einfach nicht mehr selbstverständlich ist, das Autos am Zebrastreifen halten.. Komische Welt. :-D

  • #4

    Jutta (Dienstag, 18 März 2014 19:15)

    Immerhin hat sie gefragt. Manche Menschen stehen auch nur herausfordernd hinter einem, heben das eine Teil was sie in der Hand haben an und warten darauf, dass man ihnen anbietet vorzugehen.
    Ich frage dann gerne ob sie stumm sind. Falls nicht - Pech gehabt, dann müssen sie warten.
    Wie sagte meiner Vater immer: Jeder wäre doch gerne "schön" gefragt.