Gastbeitrag: Gelnägel Selber Machen – Nail Art Für Zuhause

Hey Ladies,

 

heute geht es um das Thema Gelnägel. 

 

Habt Ihr Gelnägel?

 

Ich habe das noch nie ausprobiert. Dabei finde ich, dass wenn sie gut gemacht sind, es auch gut aussehen kann. 

 

Meine Fingernägel sind wie die Tide an der Nordsee. Mal haben sie Flut, sind lang und nicht brüchig. 

 

Dann kommt irgendwann die Ebbe, sie splittern, brechen ab und mögen nicht wachsen. 

 

Ich finde das nicht so schlimm als dass ich mir deswegen Gelnägel machen lassen würde. Kurze Fingernägel können auch gut aussehen. 

 

Dennoch finde ich das Thema interessant und übergebe deswegen nun an Josephine. Sie erzählt Euch ausführlich etwas dazu. 

Ah, Gelnägel! - Was ist das?

Weltweit gilt es als Schönheitsideal, gepflegte Hände und Nägel zu haben. Jedoch ist dies nicht jeder Frau gegeben, sodass spröde, verfärbte oder verformte Nägel mit einem Stück Künstlichkeit verdeckt werden. 

 

Diese künstlichen Nägel können zum einen aus Acrylpulver und Liquid und zum anderen mit Gel gefertigt werden.

 

Eine Acrylverbindung ist härter als eine Gelmodellage, führt jedoch häufiger zu Allergien. Acrylpulversysteme sind zudem schwieriger zu feilen, jedoch härten sie ohne UV-Licht an der Luft.

 

Thema des Beitrags sollen allerdings Gelnägel sein, welche den Vorteil haben, flexibler zu sein und sich leichter feilen zu lassen. Das Gel löst zudem seltener Allergien aus. Da das Gel im flüssigen Zustand aufgetragen wird, muss es unter UV-Licht aushärten.

Material und Werkzeug – So kann ich arbeiten!

Für Do It Yourself-Gelnägel gilt es natürlich, auf eines zu achten - und zwar Qualität. 

Und dies sind die Zutaten, die eine kreative und geschickte Selbermach-Frau  zur Gelnagelmodellage benötigt:

 

  • ⦁Grundierungs-, Aufbau- und Versiegelungs-Gel
  • ⦁Primer (Haftvermittler) 
  • ⦁Kunstnagel-Tips und Tip-Kleber
  • ⦁Cleaner
  • ⦁UV-Gerät

 

Außerdem noch:

  • ⦁Rosenholzstäbchen
  • ⦁Feilen
  • ⦁Buffer
  • ⦁und einen Nagelkürzer

 

Komplette Starter-Sets zum Gel- und Acrylnägel selber machen gibt es in verschiedenen Preisklassen online zu kaufen, beispielsweise günstig bei eubecos.de.

Vorbereitung – Auch das noch!

Nagelpflege: Ein Hinweis schon vorweg, ungesunde Naturnägel bieten keine gute Haftungsbasis für die Gelmodellage. Die Nägel sollten daher vor der Anwendung mit Pflegemitteln, wie Nagelölen behandelt werden. 

 

Informieren: Gel- und Acrylnägel an sich sind für die Naturnägel unschädlich. Jedoch sollte sich vor Beginn der Prozedur ausreichend über die Techniken informiert werden, da vieles falsch gemacht werden kann. Hierfür sind Nailart-Foren und Youtube-Tutorials immer eine gute Wissensquelle. 

 

Hygiene: Wichtig ist es, die Hände und Nägel vorbereitend gründlich mit Seife zu reinigen und zu desinfizieren, damit keine Keime in die empfindliche Region des Nagelbetts gelangen können. Hierfür kann zusätzlich der Cleaner als Entferner von Schmutz- und Fettresten genutzt werden.

Gelnägel selber machen – Das Grundgerüst Schritt für Schritt erklärt

Nun zum eigentlichen Ablauf.

 

Naturnagel-Behandlung: In den ersten beiden Schritten wird zum einen die Nagelhaut mit den Rosenholzstäbchen sanft nach unten geschoben und anschließend sind die Naturnägel kurz zu schneiden. Man sagt, zwei Millimeter sollte der Nagel maximal überstehen. 


Feilen: Nach einem kurzen Feilen der Nagelspitzen wird im dritten Schritt die Nageloberfläche mit dem Buffer angeraut. Hier sollte man mit Gefühl arbeiten, um nicht zu viel vom Nagel abzutragen. Sobald die Nageloberfläche nicht mehr glänzt, ist eine gute Haftungsbasis für den Nagel-Tip gegeben. Wichtig ist es, abschließend die Nägel mit einem Pinsel von Staubpartikeln zu befreien.

 

Tips befestigen: Im nächsten Schritt wählt man die passenden Plastiktips abhängig von der Nagelbreite als Grundlage aus. Hierbei gilt die Grundregel: Sollte kein passender Tip gefunden werden, ist immer der nächstgrößere anstelle des kleineren zu wählen. Der Kunstnagel wird nun auf der Rückseite mit Kleber beträufelt und möglichst ohne Lufteinschluss auf den Naturnagel gedrückt und etwas hin und her bewegt. Der Tip wird dabei nicht über den gesamten Nagel gelegt sondern nur bis zum höchsten Punkt des hellen Fingernagelmondes.

 

Kürzen: Als nächstes werden die Tips auf die gewünschte Länge gekürzt. Am besten funktioniert bei diesem Arbeitsschritt ein Nagelklipser. Danach müssen die überschüssigen Klebereste mit dem Cleaner entfernt, sowie die Kanten des Nagels, genau wie das Ende der Tips, welches auf dem Nagel aufliegt, gefeilt werden bis ein weicher, „unsichtbarer“ Übergang entstanden ist. Mit dem Buffer wird zudem die gesamte Oberfläche des Tips angeraut und anschließend mit dem Pinsel wieder von Staub befreit. 

Im letzten Schritt vor der Modellage wird eine Schicht Primer auf alle Kunstnägel aufgetragen.

Die Gelnagel-Modellage – Jetzt „Gelt’s“ los

Die Grundierung: 

Angefangen wird mit dem Auftrag des UV-Gels. Dieses wird gleichmäßig und mit etwas Platz zu der Nagelhaut aufgetragen. Gelreste auf der Nagelhaut werden mit Rosenholzstäbchen wieder entfernt. Anschließend müssen die Finger für 2-3 Minuten unter das UV-Licht. Mit etwas Cleaner nimmt man dann die entstandene Schwitzschicht ab und ist bereit für den nächsten Step.

 

Der Aufbau:

Im nächsten Schritt wird das Aufbaugel dickschichtig aufgetragen. Hier spricht man vom Modellieren, da das Gel eher verteilt als über den Nagel gestrichen wird. An den Rändern des Nagels sollte die Schicht dünner sein. Nachdem eine gleichmäßige Schicht geglückt ist, muss das Gel 2-3 Minuten unter dem UV-Licht aushärten. Danach sollte die oberflächlich entstandene Schwitzschicht wieder mit Cleaner entfernt werden.

Ist der Aufbau nicht wie gewünscht gelungen, kann der Nagel nochmals gefeilt und der Aufbau-Schritt wiederholt werden.

 

Die Versiegelung: 

Abschließend ist nun Zeit für das Versiegelungsgel. Dieses wird auf dem gesamten Nagel verteilt und muss wieder 2-3 Minuten unter der UV-Lampe aushärten. Nur noch die zu entfernende Schwitzschicht steht jetzt dem perfekten Gelnagel im Wege.

Nachbereitung – Achtung, Achtung

Nach einiger Übung können sehr schöne, gleichmäßige Ergebnisse erzielt werden und auch wenn die Nägel nach den ersten Versuchen noch nicht lang haften bleiben, ist Durchhaltevermögen und weiteres Informieren über andere Techniken ratsam.

 

Es gibt bestimmte Gele, die für die unterschiedlichsten Nageltypen geeignet sind. 

Weiterhin gilt es, die Nagelhaut im Blick zu behalten. Diese sollte nie rissig und spröde sein und durch Pflegeprodukte geschmeidig gehalten werden. 

 

Abgebrochene Nägel dürfen zudem nie abgezogen werden. Das schadet dem Naturnagel. Die Reste werden stattdessen abgefeilt.

Informative Hinweise

Sollte der Aufbau der Kunstnägel gut klappen, gibt es unzählige tolle Gel-Lacke für die Farbgestaltung. Sehr trendy ist momentan Neon-Nagellack und nach wie vor der French Nail-Stil.

 

Zu beachten ist, dass man sich nicht zu jung für künstliche Nägel entscheidet, da für den optimalen Halt ein ausgewachsenes Nagelbett und ein stabiler Hormonhaushalt notwendig sind.

 

Außerdem sollte man ausreichend Zeit einplanen. Eine Nagelmodellage kann bis zu 4 Stunden dauern. Also am besten einen verregneten Sonntag nutzen. 

 

Abschließend ist darauf hinzuweisen, dass beim Aushärten des Gels kurzzeitig Hitze entsteht. Diese lässt jedoch schnell nach – also Ruhe bewahren und die schicken, neuen Nägel bestaunen.

 

Viel Spaß beim Nachmachen!

 

Bildmaterial: Acrylic nails with French gel polish (Eye Candy Nails Nic Senior / Flickr, CC BY-ND 2.0) 

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Kommentare: 5
  • #1

    Blumenkindchen (Dienstag, 22 Juli 2014 09:12)

    Ich lasse mir jetzt seit 15 Jahren die Nägel machen. Ohne geht es nicht mehr. Einmal alle 4-5 Wochen hin und die Nägel sehen immer gut aus. Ganz selten lackiere ich sie mal über oder kürze sie. Vor allem im Sommer wenn sie schnell wachsen. Für mich kommt nur Gel in Frage.
    In Eigenregie wäre das nichts für mich. Ich finde da heißt es üben, üben, üben. Man braucht ein gewisses Talent. Sich selbst die Nägel zu machen ist noch mal schwerer als sie bei anderen zu machen.
    Ich gehe also auch die nächsten 15 Jahre weiterhin zu meiner Nageltante. :-)
    Für mich sind das übrigens keine "Kunstnägel". Es sind meine verstärkten Naturnägel, die aktuell in Neonpink erstrahlen.

  • #2

    Maria (Donnerstag, 14 April 2016 14:35)

    Hi,

    Hier sind einige tolle Tipps zur Gelmodellage dabei!

    Ich habe eine Frage zu den Gelen: Welche Marken verwendest du?

    Habe bisher nur 3-in-1 Gele verwendet und war bisher mit den Ergebnis nicht hundertprozentig zufrieden.

    MfG,
    Maria

  • #3

    Michaela (Mittwoch, 18 Mai 2016 13:20)

    Hallo :)
    @Maria: Also ich habe gute Erfahrungen mit dem 1 Phasen Gel von Nailclub Berlin gemacht. Wird in Deutschland hergestellt und ist für Tips und Naturnägel geeignet.

    Die 3 Phasengele sind halt jeweils für Haftung, Aufbau und Versiegelung (speziell) ausgelegt und meiner Meinung nach die "bessere" Lösung.

    LG Michaela

  • #4

    Manuela (Sonntag, 12 Juni 2016 20:53)

    Hi, ein Lob für diese sehr gute Beschreibung :)

    Lg. Manuela

  • #5

    Sonia (Montag, 08 Mai 2017 10:26)

    Hi Ich muss sagen ich finde Diese Beschreibung wircklich sehr gut . Danke dafür .
    Falls jemand noch Intersse hat sich ein Starterset oder anderes Zubehör zu kaufen kann ich diese Seite http://dreamnails.org echt empfehlen .

    Gruß Sonia