I left my heart in Berlin

                                                                                                                       von Nicole

Hey Ladies, 

 

heute erzähle ich Euch von Berlin. 

 

Ich wohne in Bremen, aber mein Herz habe ich an Berlin verloren. Könnte ich wie ich wollte würde ich in Berlin wohnen und dort das Flair und die Größe der Stadt genießen. 

 

Und weil Berlin sich für mich irgendwie nach zuhause anfühlt versuche ich zumindest einmal im Jahr für ein paar Tage in Berlin zu sein. 

 

Ich weiß gar nicht warum das so ist. Als ich Mitte 20 war bin ich zum ersten Mal nach Berlin gefahren (ich hatte Karten für die Echoverleihung gewonnen). Schon bei meinem ersten Trip nach Berlin war ich fasziniert von der Größe der Stadt, diese breiten Straßen, die nicht endenen Häuserreihen und die Weite. Ein Stadtteil in Berlin ist wie eine ganze Stadt. 

 

Ich bin ohne Ziel einfach umherspaziert und war tief beeindruckt von der bunten Welt in Berlin. Menschen aus allen Kulturen, Vielfalt ohne Ende. 

Berlin ist auch laut, weit und anstrengend. Ich weiß noch dass ich in einer Straße in Berlin auf der Suche nach der Hausnummer 55 war. Ich stand vor Haus Nummer 3 und dachte, dass ich das mal eben schnell runterlaufe. Nach ein paar Minuten Laufen war klar, dass das dauern kann. Die Häuser in Berlin sind einfach riesig und mal eben irgendwas machen kann man eben stundenlang dauern in Berlin. 

 

Dennoch mag ich diese Stadt so sehr. Dort ist irgendwie alles möglich. An jeder Ecke kann man Essen, Einkaufen und Leute kennenlernen. Und auf der anderen Seite gibt es so viele ruhige Ecken. Einfach in einen Hof eingebogen, in einem Park gelandet oder plötzlich in einer ruhigen Straße entlanglaufen. Alles ist möglich. 

 

Hier in meiner Heimatstadt Bremen kenne ich mich aus. Ich kenne fast jeden Stadtteil und weiß wo ich was machen kann. In Berlin gibt es inzwischen einige wenige Ecken in denen ich mich gut auskenne, nur um dann beim nächsten Mal festzustellen dass es doch ganz anders ist. 

Wenn ich mit dem Auto auf der Avus an den alten Tribünen vorbeifahre dann entspannt sich alles. Mein Herz macht einen kleinen Hüpfer und ich fühle mich wie zuhause. 

 

Diese breiten Bordsteine, diese Weite der Stadt, dieses Gemurmel wenn sich die Geräusche in der Großstadt vermischen. Das Hupen der Autos, der Duft der unendlich vielen Imbisse und Restaurants, die Berliner Schnauze, der Slalom um die Hundehaufen herum. 

 

Diese kleinen hutzeligen Schaufenster mit schönen Dingen drin, die spanische Musik aus dem Hinterhof, der vorbeifahrende Konvoi aus Autos einer türkischen Hochzeit. Der Tourist der mich nach dem Weg fragt und ich mich freue weil ich ihn erklären kann. 

 

Die Doppeldeckerbusse die ein bißchen zu schnell fahren, die Siegessäule die so weit oben ist. 

Das Brandenburger Tor anfassen, durchgehen und ein wenig Freiheit spüren. 

 

In einem orientalischen Imbiss sitzen und die Leute beobachten. Einfach ruhig sein und die Stadt an sich vorbeiziehen lassen. 

Dieses Gefühl "hier kann ich alles". 

 

Wäre das auch so wenn ich da leben würde? Wahrscheinlich nicht. Alle paar Monate ist es wieder soweit. Mein Mann merkt dass ich hibbelig werde. Dass ich ein paar Tage Berlin brauche. Und dann fahren wir und dort angekommen ist alles wieder gut. 

 

Berlin ist für mich ein wenig wie Urlaub für den Kopf. Ich bin immer so erledigt wenn Berlin mich wieder ausgespuckt hat und ich wieder zuhause bin. Aber ich fühle mich dann auch wieder so frei. 

An welche Stadt habt Ihr Euer Herz verloren? Erzählt doch mal :-). 

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Kommentare: 2
  • #1

    Michaela (Donnerstag, 14 Januar 2016 11:10)

    Liebe Nicole,

    mir geht es mit Berlin genauso. Ich brauche es einfach zwei bis dreimal im Jahr, diesen verrückten Ort mit Herz und Schnauze.

    Ich bin definitiv ein Landei, ich mag das Münsterland, ich wohne in einem kleinen Dorf vor Münster und ich liebe die Natur. Ich finde dort meine innere Ruhe, bin viel im Dialog mit mir selbst und tanke meine Kreativität auf.

    Berlin vibriert und das liebe ich so sehr.

    Meine nächste große Liebe ist Wien, hier liebe ich die Kaffeehaus-Kultur und das unbeschreibliche Flair dieser Stadt.

    Ich fühle mich beschenkt durch die Möglichkeit, regelmäßig diese Städte zu spüren und danke dir für deinen wunderbaren Beitrag.

    Ganz liebe Grüße aktuell aus Wien :), Deine Michaela

  • #2

    Christina Dingens (Donnerstag, 14 Januar 2016 14:30)

    Ja Berlin, keine Stadt hinterlässt mich so ambivalent wie Berlin. Ich mag die Möglichkeiten, bestes Essen jeder Couleur, tolle Läden, und ein perfektes kulturelles Leben.
    In Berlin findest du was du suchst, keine Frage aber sie erdrückt mich auch mit ihrem Lärm, ihrer Enge und dem Gestank. Oft ist mir Berlin ne Spur zu aggressiv.....
    Meine Stadt ist Düsseldorf. Vielleicht weil ich dort geboren bin. Vielleicht weil sie ohne Grund so herrlich arrogant ist? Ich bin leider viel zu selten dort.