Das Wort zum Sonntag. Hausfrau oder Working mom? Warum Arbeiten wichtig ist. 

                                                                                                                       von Nicole

Hey Ladies, 

 

in meinem Umfeld gibt es sie alle: working moms, Hausfrauen, Workaholics und Lebenskünstlerinnen. 

 

Jede ist auf ihre Art gut. Eines vorweg: ich verurteile keine Lebensweise. 

 

Aber ich glaube dass es einen doch großen Unterschied zwischen Frauen gibt die nicht arbeiten und dabei auch nicht arbeiten wollen und Frauen die arbeiten gehen weil sie es müssen oder wollen. 

 

Und genau darüber möchte ich Euch heute meine Gedanken erzählen. 

 

Ihr wisst, ich bin eine working mom. Ich arbeite 30 Stunden an 5 Tagen in der Woche. Ich beginne gegen 7:15 Uhr und arbeite bis ca. 14:15 Uhr. Ich bringe meinen Sohn morgens in die Kita und hole ihn danach wieder ab. Dann steht alles andere an - Haushalt, Kind betüddeln, einkaufen. Aber auch Quatsch machen, Monster jagen und im Badezimmer verstecken um 5 Minuten alleine zu haben. 

 

Und vor allem gehört dazu, morgens die Augenringe freundlich zu begrüßen, mittags mit den Kollegen lachen, nachmittags die Uhr verfluchen und abends versuchen nicht schon zur Sandmännchenzeit ins Bett zu fallen. 

 

Der Alltagsstress ist manchmal toll und manchmal unendlich anstrengend. Und manchmal blicke ich neidvoll auf die Hausfrauen die nicht arbeiten müssen "und nur ihren Haushalt haben" (dazu gleich mehr...nicht gleich meckern! ;-)). Wie schön muss das sein nur für den Haushalt verantwortlich zu sein. 

Das stelle ich mir ungefähr so vor: 

Das Kind morgens in Ruhe fertig machen, ohne ´"Verdammt, zieh Dein Schuhe richtig herum an!", "wo ist der blöde Handschuh?", "Nein, du kannst keinen Kuchen frühstücken!". 

 

Nachdem das Kind in der Kita ist, entspannt einkaufen gehen, das Haus ein wenig aufräumen. Viel zu tun ist ja nicht weil wenn ich den ganzen Tag zuhause bin ist es immer sauber. Dann eine Runde Sport im Fitnessstudio einlegen. Dann das Kind abholen und entspannt mit dem Kind spielen. Genervt bin ich ja nicht weil ich keinen Stress in der Arbeit hatte. 

 

Abends koche ich ein ausgewogenes Essen aus frischen Zutaten. Ketchupnudeln kenne ich nur vom Hörensagen und wenn der Mann da ist motze ich ihn nicht an weil er schon wieder so spät nach Hause kommt. Weil ich ja entspannt bin.

Stattdessen sieht mein Tag so aus:

Um 4:58 Uhr wache ich auf. Fühlt sich an wie höchsten 0:45 Uhr. Ein Blinzeln auf die Uhr verrät mir dass in knapp 10 Minuten der Wecker klingelt. Liegenbleiben ist keine Option denn dann platzt die Blase. Fröstelnd im Bad werde ich wach und genieße 45 Minuten alleine sein. Das ist die einzige Zeit am Tag in der ich alleine bin. Ich mache mich zurecht und bin glücklich. 

 

Nachdem der kleine Mann in der Kita ist und ich in der Arbeit bin lege ich das Mamakostüm ab und bin nur eine arbeitende Frau. Ich gebe zu dass es zwischendurch sogar Momente gibt in denen ich noch nicht einmal an meinen Sohn denke. Ich weiß dass er perfekt in der Kita aufgehoben ist und dort Spaß hat. 

Und ich arbeite. Treffe Entscheidungen, bespreche mich mit Kollegen, lache mit ihnen, gehe entspannt Essen ohne dass jemand auf meinen Knien herumspringt. Berate Kunden, schreibe Briefe, berechne Zahlungen, schaue aus dem Fenster und alles ist gut. 

 

Ich habe zum Glück eine Arbeit die ich sehr mag und Kollegen mit denen ich viel Spaß habe, denen ich auch mal einen Schneeball auf dem Flur hinterher werfen kann oder mich hinter der Tür verstecken kann um sie zu erschrecken. Und ich kann stundenlang in meine Arbeit vertieft sein und am Ende stolz auf das was ich geschafft habe sein, herausgehen. Ich habe Kunden glücklich gemacht, Kollegen geholfen, in der Kantine den neuesten Klatsch gehört und mit anderen Muttis über Kinderquatsch gesprochen. 

 

Dann hole ich ein dreckverkrustetes und glückliches Kind aus der Kita ab, fahre einkaufen oder nach Hause. Gehe zusammen mit dem Kind duschen, beantworte 1000 Fragen und versuche nebenbei dem Chaos zuhause beizukommen. Überlege ob ich heute Gemüseauflauf oder Nudeln koche. Koche dann Nudeln. 

 

Mache ganz laut Musik von Seeed an. Bewundere meinen tollen und perfekten Sohn. Bin stolz auf ihn weil er Essen kann ohne dass Tomatensoße auf das saubere T-Shirt kommt. Sehe dann dass er mit dem Löffel auf mich zielt. Bin kurz davor ihn zu schubsen. Weil ich Tomatensoße auf meinen frisch gewaschenen Haaren nicht mag. Entscheide mich für Anmotzen. Höre ein "Mama, Du bist nicht mehr mein Freund" und möchte kurz mal abhauen. Nach Jamaika oder so. 

 

Liegt er erstmal im Bett platzt mein Herz vor Liebe. Und meine Blase auch gleich denn ich habe den ganzen Nachmittag vergessen mal aufs Klo zu gehen. Der Wäschekorb schaut mich vorwurfsvoll an. Die Spülmaschine auch. 

 

Irgendwann falle ich ins Bett und schlafe sofort ein. Ich träume von mehr Zeit. Immer wieder träume ich dass ich zu spät komme oder etwas oder jemanden suche. 


Oh, you`re a stay-at-home-mom?

I`m a working mom, please continue 

to tell me how you have no time to do 

the things I do outside my 40 hour work week. 


Warum ich keine Hausfrau sein kann.

Ich arbeite seit meinem 13. Lebensjahr. Zuerst natürlich nur neben der Schule. Als Babysitter, in einer Küche, in einer Videothek, als Zettelverteilerin, als Mädchen für alles. Während meiner Ausbildung hatte ich drei Jobs gleichzeitig um meinen Lebensunterhalt zu verdienen. 

 

Nun habe ich nur noch einen Job. Zum Glück reicht der zum Leben. 

 

Ich war ein Jahr und zwei Monate Hausfrau. Und das reicht. 

 

Nach meiner Ausbildung war ich zwei Monate arbeitslos. Ich hatte schon den Vertrag für meinen jetzigen Job in der Tasche und wollte die zwei Monate entspannt verbringen und mich assig auf Arbeitslosengeld ausruhen. Assig deshalb weil ich vor hatte, absolut nichts zu tun. 12-Stunden-Arbeiten -jeden Tag hatten mich mit Anfang 20 ausgebrannt. Ich wollte im Bett herumliegen, Fernsehen und Nichtstun. 

 

Das habe ich eine Woche lang gemacht. Dann war mir langweilig. Wohnung war blitzsauber, Essen schon mittags fertig für abends, Kleidung war nach Farben sortiert und ständig auf die Uhr geguckt wann endlich der arbeitende Mann nach Hause kommt. Und wenn er dann da war ihn belagert. Ich wollte was machen, er wollte Ruhe. Gestritten und unzufrieden gewesen. 

Also habe ich versucht was zu ändern. Bin spazieren gegangen. Das war doof, denn schnell kam ich an Geschäften vorbei, kaufen konnte ich nix, das Geld war knapp. 

Das alles war zu einer Zeit ohne Internet. Wir hatten noch nicht mal einen PC zuhause. Nach drei Wochen versuchte ich mir einen Job zu suchen. Der Mann meckert mit mir - ich solle mal langsam machen und die Zeit genießen. Schließlich fange ich ja bald den neuen Job an. 

Also gucke ich Fernsehen. Lese zwischendurch und fühle mich unendlich nutzlos. Als mein erster Tag in der neuen Arbeit endlich anbricht bin ich eine Stunde zu früh da und kann kaum erwarten dass meine Assizeit vorbei ist. 

 

Als mein Sohn auf die Welt kommt bin ich gleich ein ganzes Jahr zuhause. Die ersten sechs Monate ist alles neu und gut. Ich bin gerne zuhause und bin eine Vollbluthausfrau. Alles sauber und Essen gekocht. Glückliches Kind und ein Mann der mir jeden Abend sagt wie sehr er das genießt nach Hause zu kommen und alles ist erledigt. Dann wird mir langweilig. Stundenlange Spaziergänge mit dem Kind langweilen mich. Andere Muttis nerven mich. Fernsehen geht gar nicht. Internet ist irgendwann ausgelesen. Mir fehlen Inspiration und soziale Kontakte. 

Arbeiten ist wichtig. 

Arbeiten gehen ist nicht nur einfaches Geldverdienen. 

 

Arbeiten gehen ist viel mehr. Soziale Kontakte mit unterschiedlichen Menschen sind so wichtig. Eigenes Geld verdienen ist wichtig. Wichtig für das Selbstbewusstsein. Arbeiten fordert den Geist. Arbeiten bringt Inspiration. 

 

Klar es gibt richtig doofe Jobs. Aber es kommt auch immer darauf an, wie man der Arbeit gegenübertritt. Ich habe alle meine Jobs immer mit guter Laune gemacht und so gut ich konnte. Als ich dreckige Teller in einer Schiffsküche in eine Spülmaschine geräumt habe war ich jede Nacht stolz drauf dass ich all das Geld was ich dafür bekommen habe, selbst verdient habe. Als ich in einer Videothek Videohüllen abgewischt, Filme zurückgespult habe (ja so alt bin ich dass es noch Videofilme gab ;-)) hatte ich immer großen Spaß dabei mit Freunden die mich da besucht haben, zu erraten welcher Mann welchen Pornofilm ausleiht (meine Trefferquote wurde immer besser ;-)).

 

Wäre meine Arbeit den Hof zu fegen würde ich das mit Musik im Ohr machen und versuchen im Takt die Blätter zusammenzufegen. 

Würde ich bei Aldi an der Kasse sitzen würde ich mit den Kunden versuchen zu scherzen.

 

Ich bin mir für keine Arbeit zu schade. Weil ich finde dass jeder Mensch der arbeiten geht etwas tut. Herumsitzen und Nichtstun ist schön im Urlaub oder am Wochenende. Aber sein ganzen Leben lang herumsitzen ist dumm. Macht dumm. 

 

Und dabei ist es unwichtig welche Arbeit man macht. Egal ob irgendwo angestellt oder selbstständig.

 

Bei mir zuhause ist immer Chaos, Ordnung hält maximal ein paar Stunden, immer mal wieder habe ich Fluchtgedanken. Dann aber bekomme ich ein Küßchen, finde meine Lieblingsohrringe wieder und muss laut lachen weil ich gerade die Tastatur vom Chef versteckt habe. Dann bin ich einfach nur glücklich dass ich alles haben kann. 

 

Ich verurteile in keinster Weise Frauen die sich für ein Leben zuhause entschieden haben. Gerade wenn mehrere Kinder da ist wird Arbeitengehen schwierig. Und wenn man finanziell frau nicht muss und mit der Abhängigkeit kein Problem hat ist das völlig ok. Jeder Mensch ist anders und jeder Mensch hat sein eigenes Lebensmodell. Und das ist auch gut so. 

 

So, nun Feuer frei, wie seht Ihr das?

Kommentar schreiben

Kommentare: 10
  • #1

    Tante (Sonntag, 07 Februar 2016 15:35)

    Ich finde es toll, wenn man Job und Kind unter einen Hut bringt. Ich könnte auch nicht "nur" Hausfrau sein.
    Allerdings kenne ich auch die andere Seite der Medaille: ich habe eine Kollegin, die direkt nach einem Jahr Elternzeit (geplantes Wunschkind!!!) wieder 35 Std. pro Woche arbeitet. Mit den Gedanken ist sie immer beim Kind - dadurch arbeitet sie langsam und unkonzentrierter; es passieren Fehler. Sie muss öfter früher weg wegen Personalmangel in der KiTa, Kinderarztterminen, krankes Kind und der Babysitter kann nur bis um xy Uhr usw.
    Wenn wegen einzuhaltender Terminarbeiten mal ein paar Überstunden fällig sind, ist sie die einzige, die pünktlich geht (die KiTa schließt ja...). Die Kollegen müssen das auffangen. Das nervt mit der Zeit; auch das Jammern, wie schwer sie es doch hat. Da fragt man sich, warum sie sich das Ganze antut. Die Antwort ist simpel: ihr Mann verdient nicht genug, um alleine den gewohnten Lebensstandard halten zu können... Auch wenn es sich jetzt furchtbar fies anhört: warum um alles in der Welt setzt man dann Kinder in die Welt, wenn man weder bereit ist, dafür auf etwas zu verzichten und aber auch nicht in der Lage ist, das Mama-sein während der Arbeitszeit abzulegen?

  • #2

    Sabine (Sonntag, 07 Februar 2016 16:11)

    So sieht mein Tag auch aus. Nur ohne Mann. *Burn-out lässt gerne mal grüßen*

    Eine Hausfrau könnte ich nicht sein und habe mich von vielen Bekannten auch getrennt... ich kann mittlerweile dieses "ich bin nicht vermittelbar" - oder auch auf Deutsch: "ich hab keinen Bock zu arbeiten"-Weiber nicht mehr sehen. Leider gab es davon zuviele in meinem Umfeld (und das hat nichts mit Krankheit o.ä. zu tun, das schließe ich hier aus!). Hat das Kind schnupfen, bleibt es eben zuhause... ist das erste Kind groß genug und die Stütze könnte gestrichen werden, wird das nächste Kind angeschafft - somit hat man wieder sechs Jahre Ruhe vom Amt und somit auch von Arbeit. Mütter, die aus Überzeugung zuhause bleiben, weil sie es sich leisten können (dank super-Job des Mannes) kenne ich nicht und habe auch kein Interesse diese kennen zu lernen - Tupperparty eingeschlossen.

    Natürlich tut mir meine Tochter auch ein wenig Leid, denn sie hat keine sechs Wochen Sommerferien, sondern nur drei - wovon ich zusehen muss, das ich sie eine Woche anderweitig unter bekomme, da ich selbst nur zwei Wochen Sommerurlaub bekomme. Andere Ferientage im Jahr hat meine Tochter auch keine Ferien, da ist den ganzen Tag Hort angesagt, weil es in der Firma noch Kollegen gibt, die Ferien-Urlaub nötiger haben. Manchmal ist sie schon am motzen, aber geht nun mal nicht anders. Genau so ist es, wenn sie Schnupfen hat... ich kann es mir nicht leisten (im Gegensatz zu Hausfrauen, die ihr Kind natürlich bis 17 Uhr in der Kita lassen, weil das Aufräumen zuhause so anstrengend ist und der Mittagsschlaf täglich zum Genuss wird) sie wegen kleinen Wehwehchen zuhause zu lassen. Dann sitze ich auf der Arbeit und hoffe, das die Schule oder der Hort nicht anruft und mich um Abholung bittet.

    Mir ist es auch wichtig, meiner Tochter zu vermitteln, das arbeiten gehen eben wichtig ist. Das "selbstständig sein" wichtig ist... und das es eben Dinge gibt, die gemacht werden müssen. Meine Tochter hat in ihrer ganzen Schullaufbahn nicht einen einzigen Tag gefehlt - wo andere Kinder gerne mal aus Lustlosigkeit zu hause bleiben - aufgrund von einer Blasenentzündung nicht in die Schule gehen, aber mittags frisch vom Friseur kommen.

    Du merkst, das Thema pusht mich gerade auf... Und dann gibt es so Sprüche wie: "bleib doch zuhause, da stehst finanziell besser da." Das kann natürlich möglich sein, aber ich möchte, weiß Gott, nicht in dieser Liga spielen. Ich bin verdammt stolz auf meine Tochter, auf ihre schulischen und sportlichen Leistungen und auf das, was ich hier täglich wuppen muss. Mit oder ohne Burn-Out.

    So, Dampf ist abgelassen :D
    Dir noch einen schönen Sonntag,
    lieben Gruß, Sabine

  • #3

    Nicola (Sonntag, 07 Februar 2016 19:09)

    Sabine, du schreibst selbst, dass dir deine Tochter Leid tut, verurteilst aber gleichzeitig Mütter, die zu Hause bleiben? Das finde ich nicht Ok, jeder hat andere Lebensumstände und sich bewusst dafür zu entscheiden nicht zu Arbeiten, zumindest eine Zeit lang, heißt auch nicht, dass man fürs Arbeiten zu faul ist, oder vom Staat leben will.
    Ich habe mich nach der Geburt meines Sohnes bewusst für eine zweijährige Elternzeit entschieden und werde auch danach erstmal nicht wieder Vollzeit arbeiten. Das kann ich nur machen, weil mein Mann arbeitet, logisch. Aber wenn man gemeinsam(!) ein Kind zeugt, sehe ich es als selbstverständlich an, dass jeder seinen Beitrag dazu leistet. Und das hat auch nichts mit Abhängigkeit zu tun, sondern mit Verantwortung füreinander, wenn man eine Familie gründet.
    Als Alleinerziehende ist das natürlich nicht möglich, aber deshalb sind non-working-moms nicht faul oder unselbständig und auch nicht Schuld daran, dass du keinen Partner hast.
    Ich selbst bin Tochter einer alleinerziehenden Mutter und weiß daher ganz genau, dass ich das für mein Kind nicht möchte, immer im Hort, Schlüsselkind, Mama hat nie Zeit und ist städnig gestresst. Aber manchmal geht es eben nicht anders und trotzdem schafft man es.
    Jede Mutter will eben am Ende nur, dass es dem Kind an nichts mangelt und es glücklich und zufrieden aufwachsen kann, egal unter welchen Umständen. Da denken wir doch alle gleich, oder?
    Deswegen sollten Mütter untereinander aufhören sich gegenseitig zu zerfleischen und einander leben lassen, ohne zu verurteilen. Viel schöner wäre es, wenn man stattdessen versucht sich zu unterstützen, aber so funktioniert die Welt ja nicht... leider.

  • #4

    Catherine (Sonntag, 07 Februar 2016 21:39)

    Oh man, ich musste den Artikel und die Kommentare echt mehrmals lesen und kann jetzt echt nur mit dem Kopf schütteln!
    Hier werden Klischees bedient, alter Schwede! Von der Hausfrau, die chilig und entspannt durch den Tag kommt, aber eigentlich nicht wirklich viel zu tun hat. Und von der Supermutti, die neben Job auch noch Kind und Haushalt wuppt. Alles ganz easy...
    Du schreibst, du verurteilst niemanden, der Zuhause ist, tust es dann aber doch, (z.b. Dass das dumm macht, man wenig soziale Kontakte hat usw.)
    Ich fände es schön, wenn sog. Care-Arbeit wertgeschätzt werden würde; wenn es als das angesehen wird, was es ist: Arbeit.
    Und ja, es gibt Jobs z.b. Welche mit Schichtdienst, da ist Kinderbetreuung eben nicht vereinBar mit den Arbeitszeiten. Und ich finde, dass kein Job es wert ist, sein Kind nachts um 5 durch die Gegend zu karren um um 6 auf der Arbeit zu sein. Das wäre nix für mich. Genauso wie es unmöglich ist , kranke Kinder, in die Kita zu geben oder vorher noch ein Schluck Ibuprofensaft geben, damit es fieberfrei in der Kita ankommt. Das finde ich schlimm.,
    Und wieso begebe ich mich in Abhängigkeit zu meinem Mann, wenn wir gemeinsam beschließen, dass ich die ersten Jahre zuhause bleibe? Mein Mann sieht meine Arbeit zu Hause eben auch als Arbeit an. Ich bin bereit, meinen Lebensstandard der neuen Situation anzupassen. Gerade die ersten Jahre mit Kindern sind doch so so toll und wertvoll, da will ich gern teilhaben.
    Meiner Meinung nach, wird mit solchen Bild-Zeitungs-Niveau Artikeln echt nix bewirkt. Ich finde sie oberflächlich und wenig hilfreich siehe die o.g. Kommentare. Statt dessen wird nur Öl ins Feuer der sog. Mommy wars gegossen. Man ey!

  • #5

    Tante (Sonntag, 07 Februar 2016 21:48)

    Liebe Tante,
    sowas finde ich auch doof - wenn immer "die anderen" für Muttis mitarbeiten müssen. Aber es ist nunmal so - wenn das Kind krank wird dann geht es einfach nicht anders. Und Überstunden sind einfach schwierig wenn die Kitas schließen und die Arbeit noch nicht fertig ist. Deswegen keine Kinder zu bekommen ist auch keine Lösung. Man muss abwägen was man kann und was nicht. Frauen mit Kindern verzichten oft auf eine Karriere, auch wenn sie vielleicht der bessere Chef wären. Männer treten immer noch viel zu selten zurück und so fällt die Schuld immer wieder auf uns Frauen. Das ist ungerecht.

  • #6

    Nicole (Sonntag, 07 Februar 2016 21:51)

    Liebe Sabine,

    Dampf ablassen muss mal sein - also immer raus damit :-) Ich verstehe Dich voll und ganz und hab auch immer wieder direkt mit Schuldzuweisungen zu tun, mit diesem "dann verzichte auf alles und bleib zuhause, nur dann ist das Kind optimal versorgt, Du wolltest doch Kinder, usw." Nie werden die Männer mit ins Gespräch gezogen. Warum ist es immer noch eine absolute Ausnahme dass Männer ihre Arbeitszeit reduzieren um sich der Kindererziehung zu widmen?
    Ich habe höchsten Respekt vor allen alleinerziehenden Müttern die sich nicht in die soziale Hängematte fallen lassen (mit Absicht, ich meine nicht die die es nicht anders können) und arbeiten gehen und alles wuppen. :-)

  • #7

    Nicole (Sonntag, 07 Februar 2016 21:53)

    Liebe Nicola,

    genau das ist das Problem - viele Männer sind bei der Kindererziehung einfach nicht genug involviert. Und so bleibt mehr an der Frau hängen. Das macht manchmal einfach wütend. Vor allem wenn sich nichts ändert.

    Keine Hausfrau ist faul, keine Nur-Mama ist dumm. Respekt auf beiden Seiten ist nötig.

  • #8

    Nicole (Sonntag, 07 Februar 2016 21:59)

    Liebe Catherine,

    ich glaube, Du hast die ironischen und sarkastischen Stellen in meinem Text nicht verstanden. Ich habe meine Situation beschrieben und nicht generell die aller Frauen die zuhause sind.

    Kranke Kinder in die Kita geben ist verantwortungslos und das verurteile ich absolut. Was ich aber nicht verurteile sind Frauen die eben nicht ihre Arbeit aufgeben weil sie Geld verdienen müssen. Und eine Krankenschwester zum Beispiel muss zusehen wie sie das mit den Schichtdiensten hinbekommt. Dazu gehört dann manchmal leider auch das Kind frühmorgens in eine Betreuung zu bringen. Was ist denn die Alternative wenn das Geld des Mannes zum Beispiel nicht reicht? Oder wenn die Mama alleinerziehend ist? Hartz4? Das kann es ja auch nicht sein.

    Jede Frau sollte alleine entscheiden wie sie ihre Kinder erzieht und wie sie das mit dem Geldverdienen schafft. Aber nicht immer ist ein gut verdienender Mann im Hintergrund. Und der Sturz in die Armut ist schnell geschehen wenn das mit dem Geld nicht passt. Das kann auch nicht gut für das Kind sein.

  • #9

    Catherine (Sonntag, 07 Februar 2016 22:45)

    Hi Nicole,
    Ich glaube, wir reden aneinander vorbei.
    Ich verurteile bestimmt niemanden, der arbeitet, weil er das muss.
    Respekt vor allen Alleinerziehenden , die alles unter einen Hut bringen müssen.
    Oder eben die, wo ein Gehalt nicht reicht.
    Ich finde, da müsste seitens der Politik eine deutlich bessere Unterstützung her,
    Aber eben nicht in Form von 24 h Kitas oder Öffnungszeiten von Kitas das ganze Jahr über.
    Denn das ist, so denke ich , nicht immer gut für manche Kinder! Wieso kommt man den Frauen nicht mit flexiblen Arbeitszeiten, bessere finanzielle Unterstützung etc.
    Du schreibst, jede Frau soll es allein entscheiden können, wie sie es mit dem Geld verdienen schafft. Ja, finde ich auch, nur sind es oft keine freien Entscheidungen, oftmals müssen Frauen schnell nach der Geburt wieder viel arbeiten, weil die Jobs mies bezahlt sind und/oder sie alleine sind, obwohl sie lieber noch daheim bei den Kindern wären. Das finde ich traurig.
    Und wieso kommt man z.B. Krankenschwestern nicht in der Arbeitszeitgestaltung entgegen? Wieso müssen sie so fiese Schichten machen? Das geht oft zu Lasten von Kindern und Müttern, das finde ich nicht in Ordnung.
    Andererseits erlebe ich in meinem Bekanntenkreis, dass viele Eltern Null bereit sind, sich in Konsumfragen auch nur ein wenig zurück zu nehmen. Da könnte man durchaus weniger arbeiten und mehr Zeit mit Kind verbringen, nur leider will niemand auf Urlaub, Auto , Haus, Klamotten etc..pp verzichten. Klar auch das ist ne persönliche Entscheidung, aber ich höre oft wie gesagt wird, ich muss soviel arbeiten, das geht nicht anders! Da wird die persönliche Konsumhaltung soooo wichtig genommen und das Kind hockt den ganzen Tag inner Kita. Wäre nicht meins, verstehe ich nicht!
    Und ich kenne Menschen, die Arbeiten wie irre, und sagen, dass sie das weitaus weniger anstrengend finden, als sich um ihre Kinder zu kümmern. Komisch, oder?
    Es ist übrigens nicht so, dass ich nicht arbeiten will, aber es ist leider so, dass ich in einem typischen schlecht bezahlten Frauenjob arbeite und mein Mann einen Job hat, der a) besser bezahlt wird und b ) er nicht reduzieren kann. Denn würde er das wollen, wäre er seine Kunden los und den Ausfall könnte mein Gehalt nicht auffangen! Tja, von wegen selbst entscheiden können. Außerdem möchten wir beide, viel Zeit mit unserem Kind verbringen, meiner Meinung nach ist die Betruungsqualität der Kitas echt oft nicht gut. Aber das ist dann wieder ein anderes Thema.

  • #10

    drutsch (Montag, 13 Juni 2016 23:24)

    Hi,
    Kann euch alle gut verstehen. Obwohl ich zur Variante "Hausfrau" seit 11 Jahren zähle.
    Meine Entscheidung, bei meinen Kindern zu bleiben entstand daraus, daß ich noch wusste, wie es war, daß meine Mutter zu Hause war.
    Mein Mann wuchs bei seinen Großeltern auf, weil beide gearbeitet haben. War Statussache nach dem Motto Ehe, Haus, Kind, Karriere(Das war wirklich ihre Einstellung) Aber er wollte das auf keinen Fall für seine Kinder, ich auch nicht. Wer zu Hause blieb, entschied das Gehalt. Das war rein pragmatisch.
    Mein Mann hätte sehr gerne mal meinen Part übernommen. Er wäre der bessere Hausmann gewesen, aber er hatte das Gehalt, mit dem wir auch noch in der Rente zu zweit klar kommen.
    Ich habe keine Angst, ohne was da zu stehen, weil ich nicht finanziell unabhängig bin. Wenn ich mit dem Misstrauen in der Beziehung lebe, daß er mich ja sitzen lassen könnte, kann ichs gleich lassen. Dann stimmt was nicht. Wir haben beschlossen unser Leben zu teilen und jeder trägt sein Päckchen. Die Verantwortung, die Familie finanziell zu versorgen, ist nicht klein, ebenso wenig meine Verantwortung Zuhause. Es ist mein Mann, der mir sagt, daß er großartig findet, was ich mache, wenn ich gefrustet bin und mich als Schmarotzer fühle, weil ich eben kein Geld heimbringe. Da man uns das ja fleißig eingeimpft hat. Er zählt auf, was ich leiste und hat mir es auch schon vorgerechnet. Meine Arbeit zu Hause kann er mir gar nicht vergüten. Dann bekäme ich sein ganzes Gehalt.
    Die Kommentare "was machst du denn den ganzen Tag" habe ich auch schon gehört. Die befremden mich immer. Ich sag ja auch nicht "bist nie zu Hause". Ich kenne viele Mamas, die arbeiten müssen, weils sonst nicht reicht und ich kenne viele, die einen super Spagat zwischen Job und Kindern hinkriegen, weil sie arbeiten wollen und glücklich sind. Sie haben beides so ausgewogen, daß nix zu kurz kommt. Auf die bin ich ehrlich neidisch, denn mein Job gibt das nicht her. Die blöden Kommentare kommen meist von denen, die sich als Karrierefrau und Supermama präsentieren, aber überfordert und unzufrieden sind. Sie sehen ihre Kinder morgens und abends, alles erledigt die Betreuung, die Haushaltshilfe, das Kindermädchen und der Nachhilfelehrer. Sie sind kurz vorm zusammenbrechen, gucken aber auf mich runter, als sei ich ein seltenes Insekt, nur weil ich meine Kinder entspannt zur Schule bringe.
    Meine Antwort ist dann ziemlich kurz:
    „All das, wofür du andere bezahlst.“
    Danach kommen keine Kommentare mehr.

    Mal ehrlich Leute, benutzt den gesunden Menschenverstand, was Job Hausfrau heißt. Wie kommt ihr darauf, man hätte viel Zeit und würde nur die Füße hochlegen??? Es heißt, wegen des Jobs stapelt sich alles, die Kinder sind in der Betreuung, evt. muß ne Nachhilfe her, weil wegen des Jobs nicht selbst die Zeit dafür da ist. Ihr seid selber Hausfrauen und kennt die ganze Arbeit. Macht zwei Jobs auf einmal und einer bleibt auf der Strecke, weil das zeitlich gar nicht zu schaffen ist. Und welcher bleibt auf der Strecke? Der, für den man nicht bezahlt wird. Dafür bezahlt man dann andere, oder es bleibt liegen. Diese anderen heißen Haushaltshilfe, Kindermädchen, Nachhilfelehrer, Chauffeur, usw. Wollt ihr zusammenrechnen, was man für die einzelnen Jobs bezahlt? Klar ist man nicht total außer Atem, wenn man die Kinder morgens in die Schule bringt, wenn das zum Tagesplan dazu gehört. Wenn um 9 ein Meeting im Terminkalender steht, kommt man auch nicht abgehetzt an. Man hat einen Tagesplan, gestaltet ihn passend und erledigt den Job routiniert. Hausfrau auch. Mit Kindern hat man täglich Wäsche, aufzuräumen, putzen kann man praktisch immer, Chauffeur ist man von Morgens bis Abends, Betreuung der Hausaufgaben, Nachhilfelehrer, bringt sie zu den Freunden, hört sich an, was sie für Probleme mit nach Hause schleppen, Hobbys sind da, Einkaufen muß man, ebenso wie kochen. Sie wollen reden, spielen, Aufmerksamkeit. Oder sucht ihr euch ne Kita, wo die Kinder in die Ecke gestellt werden? Die werden dafür BEZAHLT, dass sie eure Kinder beschäftigen. Wieso ist man dann als Hausfrau, die all das macht, wofür andere GELD bekommen, ein Faulenzer??? Ich hatte ne Nachbarin mit Kinderfrau. Die kam morgens um 8 und ging um 6. Die hat das gleiche gemacht wie ich, nur, dass mein Tag mit Kindern um 6 anfing und erst um 8 fertig war. Die wurde für genau das Gleiche dick bezahlt, ich muss mir immer anhören, ich lege nur die Füße hoch. Das ist ein JOB Leute. Nichts tun fühlt sich bei mir anders an.