Das Wort zum Sonntag. Warum ist Veränderung so schwierig?

von Nicole

Hey Ladies, 

 

geht`s Euch gut?

 

Heute möchte ich mit Euch über das Thema Veränderungen sprechen. 

 

Bei mir in der Arbeit verändert sich im Moment so Einiges. Das führt bei den Kollegen zu verschiedenen Reaktionen. Einige stehen voller Tatendrang in den Startlöchern, andere ziehen sich zurück oder kämpfen gar gegen notwendige Veränderungen an. 

 

Um die anstehenden Veränderungen bei mir in der Arbeit soll es aber heute gar nicht gehen. Sondern generell um das Thema Veränderungen. 

Warum tun wir uns so schwer bei Veränderungen?

Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Routinierte Abläufe geben Sicherheit. Veränderungen bringen neue Inspirationen, aber die gewohnte Routine wird durchbrochen oder gar aufgelöst. Das kann schon mal komisch sein, Angst machen. 

 

Ich habe gelesen, dass wenn wir Alltagshandlungen und Routiniertes durchführen, uns das Gehirn mit der Ausschüttung von körpereigenen Opiaten belohnt. Wir fühlen uns also besser wenn wir morgens denselben Weg in die Arbeit fahren, den Teller an den selben Platz auf den Tisch stellen und wie immer zuerst den linken und dann den rechten Schuh anziehen. 

 

Aber ohne Veränderung ist es schnell langweilig, findet Ihr nicht? 

 

Ich liebe Veränderungen. Aber mehr im kleinen Rahmen. Einen anderen Weg zur Arbeit fahren, neue Menschen kennen lernen, andere Gewürze ausprobieren.

 

Großen Veränderungen stehe ich zuerst meist mit Skepsis gegenüber. Einfach mal das Land verlassen und Schafzüchterin in Neuseeland werden könnte ich genauso wenig spontan wie mir die Haare abzuschneiden und schwarz zu färben. 

Und plötzlich weißt Du:

Es ist Zeit etwas Neues zu beginnen

und dem Zauber des Anfangs zu vertrauen. 

 

Meister Eckhart

Trotzdem brodelt es oft in mir und ich beginne mich neu zu sortieren. Nicht mehr Marmelade zum Frühstück zu Essen sondern Joghurt. Oder plötzlich mich zu schminken und Kleider zu tragen. Solche Veränderungen kommen bei mir über Nacht. 

 

Das sind alles schöne Veränderungen. Es gibt aber auch die schlechten Veränderungen. Die die wir nicht abwenden können. Mit denen wir leben müssen. 

 

Ich komme wieder zurück auf meine Arbeit. Ich arbeite als Sachbearbeiterin bei einer Pflegeversicherung. Dort habe ich jeden Tag mit Menschen zu tun die plötzlich einer großen Veränderung gegenüber stehen. Plötzlich ist der große Schrecken Krankheit und dann auch irgendwann der Tod allgegenwärtig. Und mit dieser Art der Veränderung umgehend zu müssen ist knallhart und ohne Gnade. 

 

Ich telefoniere mit Ehefrauen deren Ehemänner gerade einen Schlaganfall hatten. Die eben noch im Garten gearbeitet und plötzlich nicht mal mehr auf alleine auf die Toilette gehen können. 

Ich werte Gutachten von Ehefrauen aus die in ihrem Leben immer das Beste gegeben haben, sich aufgeopfert haben für ihre Familie und die plötzlich Krebs im Endstadium haben. 

Ich stehe Eltern zur Seite die ihr auf einmal schwer krankes oder gar behindertes Kind pflegen müssen. 

 

Das sind Veränderungen die das Leben umkrempeln. Vor denen man nicht weglaufen kann. 

 

Und soll ich Euch was sagen? So oft ich in meinem Job auch mit weinenden und hoffnungslosen Menschen zu tun habe, so oft kann ich auch herzhaft lachen. Selbst mit totgeweihten und dennoch lustigen Menschen. Mir begegnet Resignation aber auch Frieden. Menschen, die Frieden mit einer ausweglosen Situation gemacht haben, können der noch kommenden Veränderung - und selbst wenn es nur noch der Tod ist - oft entspannter entgegenblicken als wir gesunden Menschen. 

Die reinste Form des Wahnsinns ist es,

alles beim Alten zu belassen

und zu hoffen, dass sich etwas ändert. 

 

Albert Einstein

Genug von Tod und Krankheit. 

 

Warum ist Veränderung so wichtig? Wenn wir immer den gleichen Weg gehen dann erkennen wir die bunten Blumen auf dem anderen Weg nicht. Eine platte Metapher. Aber so wahr. 

 

Ihr kennt das doch - man verändert eine Kleinigkeit und plötzlich fühlt man sich besser oder ist in der Lage, Dinge besser zu tun oder zu empfinden. 

 

So blöd das klingt - aber ich habe vor ein paar Tagen meinen Schreibtisch komplett umgeräumt. Alles neu sortiert und rund 80% dessen was da so rumlag entsorgt. Seitdem arbeite ich konzentrierter und effizienter. Obwohl ich meine Arbeit wie immer erledige. 

 

Ein anders sortierter Kleiderschrank kann für neue Inspirationen sorgen weil man neue Ideen bekommt wie man sich anziehen kann. 

 

Aber auch Veränderungen im Alltag können viel bewirken. Wir gehen immer so eingefahren unseren täglichen Weg. Ein wenig Veränderung kann da helfen, uns weiterzuentwickeln. Wir konzentrieren uns immer darauf, ein bestimmtes Ziel zu erreichen. Und wenn wir dieses Ziel erreichen dann stellt sich oft kein befriedigendes Gefühl ein. Wie wäre es denn mal neu zu denken und den Weg als Ziel zu erkennen. Also nicht dieses "wenn ich dies erreicht habe, dann geht es mir besser", sondern besser ein "ich gehe meinen Weg und dieser Weg ist mein Leben". 

 

Klingt so theoretisch und ich hoffe, Ihr versteht was ich damit sagen möchte. 

Alle sagen: Du hast Dich so verändert. 

Doch niemand fragt warum.

Rund um uns herum verändert sich das Leben so schnell und manchmal kommen wir mit diesen Veränderungen nicht mit. 

 

Weil wir Angst davor haben oder weil es gerade so schön bequem ist. 

 

Manchmal packt es uns und wir verändern uns. Egal ob eine andere Haarfarbe, eine andere Ernährungsweise oder eine andere Einstellung zum Leben. Dann sind wir voller Tatendrang und enthusiastisch. Und genau dieses Glücksgefühl fehlt uns oft im Alltag. 

 

Und weil wir wissen, dass nachher alles anders sein kann als vorher, haben wir Angst oder Respekt vor Veränderungen. Wir vergessen den Optimismus der uns beflügelt und unterschätzen das Glück dass uns erwarten könnte. 

 

Meine lieben Ladies, verratet mir bitte, verändert Ihr Euch gerne? Erfindet Ihr Euch ständig neu oder seid Ihr zurückhaltend bei Veränderungen? 

 

Ich wünsche Euch einen zauberhaften Sonntag. 

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Kommentare: 2
  • #1

    MartinaB (Sonntag, 10 April 2016 16:04)

    Liebe Nicole,
    wieder so ein toller Blogbeitrag von Dir. Ich mag die Wörter zum Sonntag.
    Vor wenigen Tagen ist meine Mama verstorben. Ich habe sie 7 Jahre lang gepflegt. Und jetzt steht für mich eine Veränderung an. Ich muss nicht mehr um die Pflege drumherum planen, sondern ein neuer Lebensabschnitt beginnt. Im Moment überwiegt die Trauer und viele Tränen. Und ich kann mir ein Leben ohne Eltern kaum vorstellen, sie waren meine Wurzeln.
    Aber diese Veränderung, so traurig sie ist, gibt mir auch die Chance mein Leben neu zu gestalten.

  • #2

    Carlotta (Sonntag, 10 April 2016 17:36)

    Das hast Du wirklich toll geschrieben und ich konnte mich in vielen Aussagen wiederfinden. Ich bin intern in meiner Firma an einen anderen, viel kleineren Schreibtisch in eine andere Abteilung umgezogen. Ich hatte die Wahl: alter Luxus-Schreibtisch und doofe Kollegen oder neuer Mini-Schreibtisch und nette Kollegen. Ich habe den Umzug genutzt, um richtig auszumisten und habe festgestellt, dass man ganz viele Dinge tatsächlich nicht braucht. So geht es mir oft mit Veränderungen, dass man erst unsicher ist und dann ganz schnell merkt, dass es auch ganz viel Gutes mit sich bringt. Den Kommentar von Martina fand ich ebenfalls sehr schön. Nach so langer, schwerer Zeit (ich kümmere mich ebenfalls um meine Ma) wird nun alles anders sein. Einerseits traurig, aber nun auch ein ganz neuer Lebensabschnitt. Schön zu hören, dass es uns allen doch irgendwie ähnlich ergeht...